Die Hare-Mauer liegt ein wenig versteckt, ist aber dennoch gut zu erreichen. Wer den Weg dorthin auf sich nimmt, entdeckt einen besonderen Ort, der definitiv einen Spaziergang wert ist.
In Teil 1 trifft sich Bimbes TV mit dem ortskundigen Rainer Wiederstein. Er kennt die Hare-Mauer und ihre Geschichte und weiß einiges über diesen besonderen Platz zu erzählen.
Und schon nächste Woche geht es weiter: In Teil 2 beschäftigt sich Bimbes TV mit der Erneuerung und Erweiterung der Sitzgelegenheiten an der Hare-Mauer. Dann wird auch die Frage geklärt, was ausgerechnet der Odenwald mit Altendiez und diesem Ort zu tun hat.
Also: Reinschauen in Teil 1 der 50. Folge von Bimbes TV!
Danke an Tjark Grüntjes für die Bilder.
Weitere Informationen und etwas Hintergrundmaterial zur Hare-Mauer hat Bimbes TV ebenfalls zusammengestellt.
Was ist die Hare-Mauer und wie ist sie entstanden?
Die Hare-Mauer bei Altendiez ist eine markante Hangkante, die steil zum Lahntal hin abfällt. Dadurch ist sie zugleich ein wunderschöner Aussichtspunkt und ein interessantes Wanderziel.
Die vermeintliche „Mauer“ ist das Ergebnis der tiefen Einschneidung der Lahn in das Rheinische Schiefergebirge mit seinen Schiefer- und Grauwackeformationen. Naturräumlich betrachtet bildet die Lahn in diesem Bereich zugleich die Grenze zwischen Taunus und Westerwald.
An der Stelle, an der heute die Bank und die Stühle stehen, eröffnet sich ein weiter Blick über das Lahntal sowie auf die umliegenden Höhen von Taunus und Westerwald.
Woher stammt der Name „Hare“ und was bedeutet er?
Zur Herkunft des Namens gibt es regionale Überlieferungen. Demnach soll sich die Bezeichnung „Hare“ mundartlich von „Heide“ beziehungsweise von früheren Bezeichnungen für fahrende oder nicht sesshafte Bevölkerungsgruppen ableiten.
Der Überlieferung zufolge wurde der Pfad entlang dieses Hangabschnitts früher als Durchgangsweg genutzt. Das unwegsame und dicht bewaldete Felsband oberhalb des Lahn- und Daubachtals soll dabei als Zufluchtsort, Rastplatz oder verdeckter Wanderpfad abseits der stärker frequentierten Handelswege gedient haben.
Historisch wurden für solche Bevölkerungsgruppen verschiedene Begriffe verwendet, von denen einige heute als diskriminierend gelten. Dazu zählen auch frühere Fremdbezeichnungen für Sinti und Roma. Ob und in welchem Umfang die überlieferte Erklärung tatsächlich die Herkunft des Namens „Hare-Mauer“ belegt, lässt sich aus der mündlichen Überlieferung allein allerdings nicht eindeutig ableiten.
Welche besondere Rolle spielt Rainer Wiederstein in Bezug auf die Hare-Mauer?
Rainer Wiederstein bezeichnet sich selbst nicht als Entdecker der Hare-Mauer, wohl aber augenzwinkernd als eine Art „Promoter und Pionier“ dieses besonderen Ortes.
Viele Holzheimer Handballer und Altendiezer Fußballer lernten die Hare-Mauer durch ihn kennen – allerdings zunächst weniger als schönen Aussichtspunkt oder Wanderziel, sondern vielmehr als anspruchsvollen Trainingsplatz.
Bergläufe an der Hare-Mauer dienten dazu, Kondition, Kraft und Ausdauer zu verbessern. Gleichzeitig wurden Koordination und insbesondere die Trittsicherheit trainiert.
Auch heute schickt Rainer Wiederstein angehende Bergsteiger und Wanderer des VfL Altendiez zum Training an die Hare-Mauer. In der lokalen Bergsport- und Outdoorszene entstand deshalb auch die augenzwinkernde Bezeichnung als „kleinster Klettersteig der Welt“ – bei einem Höhenunterschied von rund 70 bis 80 Metern.
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