Nach der Begrüßung machten sich die Lernerinnen und Lerner aller Jahrgangsstufen auf den Weg. Ausgestattet zum Müllsammeln ging es durch Altendiez und Heistenbach, um Straßen, Wege und Landschaft von achtlos weggeworfenem Unrat zu befreien. Das Ergebnis konnte sich mehr als sehen lassen: 630 Kilogramm Müll kamen im Laufe der Aktion zusammen.
Die Müllsammelaktion greift zugleich einen Gedanken auf, der in Ruanda fest im gesellschaftlichen Leben verankert ist: Umuganda. Am letzten Samstag jedes Monats findet dort von 8:00 bis 11:00 Uhr ein landesweiter Gemeinschaftsdienst statt. Menschen kommen zusammen, um sich mit praktischer Arbeit für ihre Umgebung und für die Gemeinschaft einzusetzen – etwa durch Reinigungsarbeiten, die Pflege öffentlicher Flächen oder andere gemeinnützige Aufgaben.
Dieser Gedanke passt in besonderer Weise zum Ruandatag am Oranien-Campus. Denn auch hier geht es darum, Verantwortung nicht nur zu benennen, sondern gemeinsam zu übernehmen. Umuganda und unser Ruandatag zeigen, wie viel erreicht werden kann, wenn Menschen ihre Zeit und ihre Kraft für andere und für ihre gemeinsame Umgebung einsetzen. Vielleicht ist genau das ein Gedanke, von dem wir uns auch über diesen einen Tag hinaus etwas bewahren können: Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen bereit sind, selbst mit anzupacken.
Dabei ging es beim Ruandatag nicht nur darum, möglichst viel Müll zu sammeln. Der Tag verbindet seit vielen Jahren praktisches Engagement vor Ort mit der Unterstützung der Arbeit für Ruanda. Getragen wurde er deshalb von vielen Beteiligten: den verschiedenen Fachbereichen des Oranien-Campus, dem Schulelternbeirat, zahlreichen Eltern sowie der Ruanda Stiftung Altendiez Inge und Theo Zwanziger. Auch im Hintergrund trugen viele zum Gelingen bei – vom Team der Hauswirtschaft über den Hausmeister bis zur Campus-IT, die für die notwendige technische Ausstattung sorgte.
Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Die Stiftung bot Premium-Nussecken der Bäckerei Tinnes aus Merzig an, die von der Bäckerei für diesen Tag gespendet worden waren. Das Team der Hauswirtschaft sorgte mit verschiedenen Wurstspezialitäten für eine herzhafte Stärkung. Besonders begehrt waren die drei Sorten Wildbratwurst, die von den Familien Thorn, Schommers und Metz gesponsert wurden.
Nach getaner Arbeit durfte natürlich die Siegerehrung nicht fehlen. Gewertet wurde die gesammelte Müllmenge pro Person. Den 1. Platz belegte die Klasse 9a mit 95,7 Kilogramm und starken 4,2 Kilogramm pro Person. Auf Platz 2 folgte die Jahrgangsstufe 11 mit 102,3 Kilogramm beziehungsweise 3,3 Kilogramm pro Person. Den 3. Platz teilten sich die Jahrgangsstufe 12 mit 80,9 Kilogramm und die Klasse 5a mit 65,2 Kilogramm – beide erreichten 2,9 Kilogramm pro Person.
Im Anschluss ging der Ruandatag in ein gemütliches Beisammensein auf dem Campus über. Für die passende musikalische Stimmung sorgte dabei der Schulchor des Oranien-Campus. Unter der Leitung von Frau Burggraf präsentierten die Sängerinnen und Sänger mit „Heal the World“ und „What a Wonderful World“ zwei anspruchsvolle Stücke, die inhaltlich hervorragend zum Gedanken des Tages passten und dem gemeinsamen Ausklang einen besonderen Rahmen gaben.
Ein solcher Tag funktioniert nur, wenn viele Menschen ihren Teil dazu beitragen. Unser Dank gilt deshalb allen Lernerinnen und Lernern, Eltern, Kolleginnen und Kollegen, dem Schulelternbeirat, den beteiligten Fachbereichen und allen weiteren Helferinnen und Helfern, die gesammelt, organisiert, vorbereitet, verkauft, gegrillt und unterstützt haben. Ebenso danken wir der Ruanda Stiftung Altendiez Inge und Theo Zwanziger, der Bäckerei Tinnes sowie den Familien Thorn, Schommers und Metz für ihre Unterstützung und ihre Spenden.
630 Kilogramm weniger Müll in unserer Umgebung, Unterstützung für einen guten Zweck und viele Menschen, die gemeinsam Verantwortung übernommen haben – genau darin liegt der besondere Wert des Ruandatages.